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Allgemeine Informationen für Patienten Print E-mail
Lieber Patient,

Ihr überweisender Arzt hat Sie in eine nuklearmedizinische Abteilung geschickt, um mit Hilfe der hier zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden mehr Information über Ihre Erkrankung zu erhalten.

Sie haben vielleicht schon gehört, dass hierbei radioaktive Stoffe angewandt werden und sind vielleicht hierdurch verunsichert. Wir möchten Sie hier über unsere Untersuchungen informieren und Ihre Befürchtungen zerstreuen.

Nuklearmedizin bedeutet, dass wir mit offenen radioaktiven Substanzen arbeiten, die Ihnen entweder über eine Vene verabreicht werden, oder die Sie als Kapsel zum Schlucken erhalten.

Mit Hilfe dieser radioaktiven Substanzen können wir Größe, Form, Lage und Funktion verschiedener Organe bildlich darstellen.

Radioaktive Substanzenventilator.gif

Wir führen in unserer nuklearmedizinischen Abteilung am Klinikum rechts der Isar diagnostische Untersuchungen mit radiochemischen Stoffen durch, die für eine kurze Zeit eine radioaktive Strahlung abgeben. Deshalb heißen diese Stoffe radioaktive Substanzen oder Isotope.

Die abgegebene Strahlung, in der Regel Gammastrahlung, hilft uns, krankhafte Veränderungen in Ihrem Körper festzustellen. Oft sind diese durch andere Untersuchungen nicht sichtbar, oder vielleicht mit einer höheren Strahlenbelastung und einem größeren isiko für Sie als Patienten verbunden.

Die radioaktiven Substanzen, die dem Patienten verabreicht werden, haben fast alle eine kurze Verweildauer im Körper (biologische Halbwertszeit) und werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, weshalb wir Ihnen empfehlen, nach der Untersuchung viel zu trinken und häufig die Blase zu entleeren.

Wartezeiten und Dauer der Untersuchung
clock_2.jpg

Damit das zu untersuchende Organ so viel von der radioaktiven Substanz aufnehmen kann, dass man ein gutes Untersuchungsergebnis erhält, müssen Sie nach der Verabreichung des Radionuklids eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen. Manchmal kann diese nur ein paar Minuten betragen, zum Teil aber auch bis zu 3 Stunden. Einige wenige Untersuchungen verlangen eine Wartezeit von 2-3 Tagen, während der Sie sich jedoch nicht in der Klinik aufhalten müssen.

Das ist der Grund, warum manche Patienten, die gerade erst gekommen sind, schon vor Ihnen untersucht werden.

Nach der Wartezeit werden Sie von einer Assistentin/ einem Assistenten vor oder unter einem Meßgerät positioniert. Die Untersuchungsgeräte befinden sich hierbei in der Regel sehr nahe an Ihrem Körper. Manchmal bewegen sie sich an Ihrem Körper entlang oder rotieren auch um ihn.

Die einzelnen Aufnahmen dauern meistens einige Minuten. Wir bitten Sie darum, während der Aufnahmen ganz ruhig liegenzubleiben.

Sollten Sie in einer Körperregion Schmerzen haben, sagen Sie uns bitte vorher Bescheid, wir werden uns bemühen, Sie für den Zeitraum der Untersuchung so bequem wie möglich zu lagern.


Nebenwirkungen und Strahlenexpositionnebenwirkung.jpg

Es gibt im Prinzip keine Risiken und Nebenwirkungen für den Patienten durch die verwendeten radioaktiven Substanzen.

Natürlich ergibt sich durch die Untersuchung eine gewisse Strahlenexposition, die jedoch sehr gering ist. Meistens ist diese niedriger als bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen, da wir heutzutage Nuklide verwenden, die nur sehr kurze Zeit eine radioaktive Strahlung abgeben und teilweise sehr rasch aus dem Körper ausgeschieden werden.

Die Strahlenexposition liegt meistens in der Größenordnung derjenigen, die Sie durch die natürliche Strahlenexposition pro Jahr erhalten, kann in Einzelfällen aber auch höher sein.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte jedoch feststehen, dass aktuell keine Schwangerschaft vorliegt, da die radioaktiven Substanzen über den mütterlichen Blutkreislauf auch das ungeborene Kind erreichen.

Vorbereitung für die Untersuchung cherry.jpg

Bei den meisten unserer Untersuchungen ist keine Vorbereitung nötig. Einige Ausnahmen gibt es aber, bei denen der Patient nüchtern zu uns kommen muss:

a. wenn die radioaktive Substanz als Kapsel verabreicht wird, damit diese besser aufgenommen werden kann (z.B. Radio-Jodtest)

b. wenn die radioaktive Substanz sich stark im Darm einlagert und dies einen Störfaktor für die Darstellung anderer Organe darstellt (z.B. Herzmuskeluntersuchung)

c. wenn durch Nahrungsaufnahme oder Einnahme von Medikamenten die Meßbarkeit oder Darstellung bestimmter Organe nicht mehr gewährleistet wird (z.B. Leberfunktionsuntersuchung)

Andere Untersuchungen erfordern, dass der Patient vor der Injektion oder während der Wartezeit zwischen Injektion und Untersuchung ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dies dient z.B. der Anregung der Nierentätigkeit, wenn die Nierenfunktion gemessen werden soll. Oder es hilft, einen Teil der radioaktiven Substanz, die sich nicht in dem Organ des Interesses anreichert, das untersucht werden soll, aus dem Körper auszuscheiden. Dies spielt z.B beim  Knochenszintigramm eine große Rolle.

Arbeitsweise der Untersuchungsgerätefotocomputer.jpg

Sie werden in den Untersuchungsräumen sehen, dass aufwändige technische Apparaturen für die Aufnahmen sowie Datenverarbeitung für die Ermittlung der Untersuchungsergebnisse nötig sind.

Aber Sie brauchen keine Angst vor den Geräten haben, da die Untersuchungen schmerzfrei durchgeführt werden.

Die meisten Messungen werden an einer Gammakamera durchgeführt, welche die Strahlung registriert, die von einem ausgewählten Bereich Ihres Körpers ausgeht und diese bildhaft darstellt. Es werden dabei sogenannte Szintigramme erstellt.

Diese Gammakameras sind zur Bilddarstellung und Auswertung mit einem Computersystem verbunden.

Sie sollten wissen, dass die Strahlenexposition von der Anzahl der angefertigten Aufnahmen unabhängig ist, da die Strahlung nicht von den Untersuchungsgeräten ausgeht, sondern Ihnen als Patient selbst.

Durchführung der Untersuchungbild.jpg

Für die Untersuchung wird Ihnen eine radioaktive Substanz verabreicht.

Meistens wird die radioaktive Substanz in die Vene injiziert und in manchen Fällen bekommen Sie als  Patient sie auch als Kapsel zu schlucken.

Die Substanz zirkuliert durch den Körper und gelangt in das Organ, das untersucht werden soll.

Mit einer Meßsonde oder einer Gammakamera können wir die Strahlung, die durch den Zerfall der radioaktiven Substanz ausgeht, messen. So bekommen wir Informationen über das Speicherverhalten dieser Substanz im untersuchten Organ.

Auf diese Art und Weise kann man zum einen Größe, Lage und Form verschiedener Organe darstellen. Zum anderen lässt sich unmittelbar nach Injektion der Weg und die Anreicherung der Substanz verfolgen. Dadurch können wir Aussagen über die Funktion oder Durchblutungsverhältnisse bestimmter Organe machen.

Es gibt auch einige wenige Untersuchungen, bei denen zusätzlich eine oder mehrere Blutabnahmen nötig sind. Dazu wird Ihnen über eine Braunüle Blut abgenommen.

Auswertung und Resultateleuchttisch.jpg

Nach dem Ende der Untersuchung müssen die erstellten Bildaufzeichnungen ausgewertet ausgewertet entwickelt und einer Ärztin/ einem Arzt gezeigt werden. Diese/ dieser entscheidet auch, ob gegebenenfalls zusätzliche Aufnahmen notwendig sind.

In diesem Fall müssen Sie eventuell nochmals eine kurze Wartezeit in Kauf nehmen. 

Anschließend wird Ihnen in den meisten Fällen die zuständige Ärztin/ der zuständige Arzt gerne über Ihre Untersuchungsergebnisse Auskunft geben.

Einige Untersuchungen verlangen jedoch eine zeitaufwändige Auswertung am Computer. Wir bitten Sie um Verständnis, wenn wir Ihnen in dem Fall nicht sofort  Auskunft geben können, sondern das Resultat dann direkt Ihrer Station oder Ihrem überweisenden Arzt zusenden.

 
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