| Häufige Fragen |
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Was ist Nuklearmedizin? Unter Nuklearmedizin versteht man die Anwendung radioaktiver Substanzen zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken. Hierbei handelt es sich nicht um in der Natur vorkommende Stoffe, sondern um speziell für die Medizin produzierte Substanzen. Mit Hilfe nuklearmedizinischer Untersuchungen können insbesondere Aussagen über die Funktion eines Organs (z.B. Darstellung der Nierenfunktion) getroffen werden, aber auch über die Morphologie (Bestimmung von Lage, Form und Größe eines Organs). Bei Funktionsdarstellungen wird der Stoffwechsel des Organs mit Hilfe der radioaktiven Substanzen sichtbar gemacht. Man betrachtet das Aufnahme-, Verarbeitungs- und Ausscheidungsverhalten und kann so eine Aussage über die Funktion des Organs treffen. Bei der Anwendung am Patienten können die radioaktiven Substanzen durch den Mund (oral), über die Armvene (intravenös), unter die Haut (subcutan), in den Wirbelkanal (lumbal) oder durch Einatmung über die Lunge (Inhalation) in den Organismus eingebracht werden. Je nach zu untersuchendem Organ wird die Substanz speziell ausgesucht, da sie den Stoffwechsel des Organs wiederspiegeln soll, ihn aber nicht beeinflussen darf. Auch die Art und Weise, wie die radioaktive Substanz in den Körper eingebracht wird, hängt von der darzustellenden Organfunktion ab. Soll z.B. die Belüftung der Lungen dargestellt werden, muss die radioaktive Substanz eingeatmet (inhaliert) werden. Soll hingegen eine Aussage über die Durchblutung der Lungenareale getroffen werden, so muss die Substanz über die Armvene (intravenös) verabreicht werden und gelangt so über die Blutbahn in die Lungenareale. In der Radiologie (außer der Kernspintomographie = MRT) bedeutet jede Aufnahme eine Strahlenbelastung für den/die Patienten/in. In der Nuklearmedizin hingegen geht nach Verabreichung der radioaktiven Subtanz die Strahlung vom Patienten aus und wird mit Hilfe der speziellen nuklearmedizinischen Untersuchungsgeräte (= Gamma-Kameras, PET-Scanner) aufgenommen. Dies bedeutet, dass der/die Patient/in die Strahlenbelastung mit Verabreichung der radioaktiven Substanz erfährt und die Verweildauer an den Untersuchungsgeräten keinen Einfluss auf die Strahlenbelastung hat. Das heißt, dass eine verlängerte Untersuchungsdauer, z.B. bedingt durch zusätzliche Detailaufnahmen, die Strahlenbelastung nicht erhöht. Die verabreichten radioaktiven Substanzen verbleiben nur für eine gewisse Zeit im Körper. Zum einen werden sie über natürliche Stoffwechselwege wieder ausgeschieden (über die Niere und die Harnblase bzw. über Leber und Darm) und zum anderen haben sie ohnehin nur eine begrenzte physikalische Lebensdauer. Man spricht hier von der physikalischen Halbwertszeit (= Zeitdauer bis die Ausgangsaktivität auf die Hälfte ihres Wertes absinkt. In der Regel handelt es sich dabei um Minuten bis wenige Stunden). Wie entsteht aus der Strahlung ein Bild? Die vom Patienten ausgehende Strahlung trifft auf den Meßkopf/Meßkopfring der Gamma-Kamera bzw. des PET-Scanners. Dort entsteht mit Hilfe unterschiedlicher Bauteile aus der auftreffenden Strahlung zuerst Licht, das dann wiederum in digitale Bilder umgesetzt wird. Was ist ein Radiopharmakon? Um eine nuklearmedizinische Untersuchung durchzuführen, wird wie bereits erwähnt, ein mit einem Radionuklid markiertes Arzneimittel, das Radiopharmakon, (in den meisten Fällen intravenös oder fallweise oral oder subcutan) verabreicht. Die in der Medizin für diagnostische Zwecke verwendeten Radiopharmaka haben in der Regel eine sehr kurze Halbwertszeit. Das am häufigsten für diagnostische Zwecke verwendete Radiopharmakon ist Tc-99m, es ist ausgezeichnet für die Szintigraphie geeigent, darüberhinaus hat es eine sehr kurze Halbwertszeit (Halbwertszeit: Zeitdauer bis die Ausgangsaktivität auf die Hälfte ihres Wertes absinkt). Radiopharmaka werden in sehr geringen Dosen verabreicht und bewirken im allgemeinen keine Arzneimitteleffekte. Hiedurch unterscheiden sie sich von Arzneimitteln (Medikamenten), bei denen eine Dosis-Wirkungsbeziehung besteht (d.h. es werden in Abhängigkeit von der gewählten Dosierung bestimmte Effekte induziert, z.B Senkung des Blutcholesterinspiegels, Senkung des Blutzuckers). Was ist eine Gamma-Kamera? Die Verteilung der Radiopharmaka im Körper wird mit speziellen Untersuchungsgeräten, den sogenannten Gammakameras, sichtbar gemacht. Diese können die jetzt vom Körper ausgehende Strahlung in ein diagnostisches Bild, ein sogenanntes Szintigramm, umwandeln. Dadurch unterscheiden sich nuklearmedizinische Untersuchungen von Röntgenuntersuchungen, bei denen die Strahlen von außen (von einer Röntgenröhre ausgehend) durch den Körper gesandt werden. Was ist ein PET-Scanner (PET = Positronen-Emissionstomographie)? Ein PET-Scanner ist ein Gerät, das wie eine Gamma-Kamera Strahlung misst. Aufgrund der besonderen Eigenschaften der für PET verwendeten Strahlung macht er besonders detailgenaue Bilder. Im Unterschied zur Gamma-Kamera ist der PET-Scanner als großer Ring aufgebaut – ähnlich einem Computertomographen. Wie läuft eine nuklearmedizinische Untersuchung ab? Nuklearmedizinische Untersuchungen liefern vorwiegend Aussagen über Funktion und Stoffwechsel verschiedener Organe. Da verschiedene Stoffwechselvorgänge mit ganz unterschiedlicher Geschwindigkeit ablaufen, kann die Zeit, die zwischen dem Verabreichen des Radiopharmakons und der eigentlichen Untersuchung verstreichen muss, stark variieren. Wenige Minuten sind ebenso möglich wie einige Stunden oder Tage. Auch kann die Zeit die Sie als Patient/in an der Kamera verbringen müssen, aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls zwischen wenigen Minuten und in seltenen Fällen sogar mehr als einer Stunde variieren. Die jeweiligen Gegebenheiten werden Ihnen von den Mitarbeitern der Nuklearmedizin im Detail erläutert. Diese Erläuterungen können auch unterschiedliche Vorbereitungen bzw. Verhaltensregeln beinhalten (nüchtern, Blasenentleerung vor der Untersuchung, untersuchungsspezifische Mahlzeiten etc.). Wegen der Kurzlebigkeit der Radiopharmaka ist es besonders wichtig pünktlich zur Untersuchung zu erscheinen. Während der Untersuchung müssen Sie ruhig liegen oder sitzen. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. Informieren Sie uns, wenn Sie an schmerzhaften Erkrankungen z.B. der Knochen oder Gelenke leiden. Wir werden uns bemühen durch entsprechende Maßnahmen die Untersuchung so wenig angstrengend wie möglich zu gestalten. Schmuck und Metallgegenstände wie Schlüssel, Gürtelschnallen, Brieftaschen etc. sind vor der Untersuchung abzulegen. Ist eine Vorbereitung erforderlich? Für die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen sind keine speziellen Vorbereitungen erforderlich. Sie werden jedoch je nach Untersuchungsart speziell darüber informiert. Ich nehme Medikamente, muss ich diese absetzen? Sollte es erforderlich sein, dass Sie bestimmte Medikamente vor Ihrer nuklearmedizinischen Untersuchung absetzen, wird Ihnen diese Information bereits bei der Anmeldung zu dieser Untersuchung mitgeteilt. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Unannehmlichkeiten während der Untersuchung Unannehmlichkeiten während der Untersuchung bestehen nur durch die Injektion des Radiopharmakons (vergleichbar mit einer Blutabnahme) und ggf. durch längeres ruhiges Liegen. Die Injektion des radioaktiven Arzneimittels beeinträchtigt nicht Ihr Befinden bzw. auch nicht Ihre Fähigkeit ein Fahrzeug zu lenken. Nur äußerst selten werden leichte Überempfindlichkeitsreaktionen oder Kreislaufreaktionen beobachtet, wobei hier nicht in allen Fällen ein direkter Zusammenhang gesichert ist. Teilen Sie uns bitte alle Ihre Wahrnehmungen mit. Strahlenbelastung während der Untersuchung Die Menge an verabreichter Radioaktivität ist gering. Im Mittel entspricht die Strahlenbelastung bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung der Strahlendosis, die ein Mensch im Verlauf eines Jahres aus der Umgebung aufnimmt. Die Nuklearmedizin hat den Vorteil, dass bei ihr ohne Mehrbelastung in einer einzigen Untersuchung der gesamte Körper dargestellt werden kann. Vorkehrungen nach der Untersuchung Normalerweise können Sie essen und trinken und sich frei bewegen. Gegebenenfalls wird Ihnen geraten ausreichend zu trinken und häufig die Blase zu entleeren. Dies fördert eine raschere Ausscheidung des radioaktiven Arzneimittels. Ob spezielle Verhaltensmaßnahmen erforderlich sind, wird Ihnen mitgeteilt. Was soll ich unbedingt mitteilen? Schwangerschaft (bei Unsicherheit Schwangerschaftstest, Angaben über die letzte Regelblutung oder verwendete Verhütungsmittel), Stillen, laufend einzunehmende Medikamente. In der Schwangerschaft und während der Stillperiode werden nuklearmedizinische Untersuchungen üblicherweise nicht durchgeführt. Falls unbedingt erforderlich, erhalten Sie weitere Informationen von Ihrem Nuklearmediziner. Können auch Kinder untersucht werden? Für Kinder können nuklearmedizinische Untersuchungen durchaus geeignet sein. Für manche Untersuchungen kann eine Ruhigstellung des Kindes erforderlich sein. Die Dosis der radioaktiven Substanz wird entsprechend an das Alter, das Gewicht und die Größe des Kindes angepaßt. Was geschieht mit den Untersuchungunsergebnissen? Ein Befundbericht wird an die zuweisende Stelle gesendet. Weitere Fragen Wir bemühen uns Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Scheuen Sie sich nicht Ihre Anregungen an uns weiterzugeben. Für weitere Fragen stehen Ihnen alle Mitarbeiter zur Verfügung. |